Achtung Baustelle: Hamburger Bildungssystem
Die hanseatische Schulreform ist verabschiedet und die große Jagd auf die Autogramme gegen dieses Vorhaben geht in die heiße Phase.
Insgesamt drei Wochen Zeit haben die unermüdlichen Unterschriftensammler der Volksinitiative „Wir wollen lernen“. Bis zum 17. November 2009 müssen sie insgesamt 60.000 Unterschriften sammeln. Eine der Unterstützerinnen der Aktion ist Nicola Byok. In einem Interview gegenüber dem ZDF äußerte sie zuversichtlich, dass sie gar keinen Zweifel daran habe, genügend Unterschriften zusammen zu bekommen. Die Empörung über die Primarschul-Pläne des Senats sei “in ganz Hamburg verteilt”.
Scheinbar unbeeindruckt gibt sich hingegen die grüne Bildungssenatorin Christa Goetsch der GAL. Sie geht nicht davon aus, dass die Initiative die Fünf-Prozent-Marke knacken wird und sich über 60.000 Hamburger Bürger „gegen bessere Bildung“ entscheiden.
Passiert es doch – kann es das Scheitern der Schulreform bedeuten. Kommen bis zum Stichtag genügend Unterschriften zusammen, dann muss sich die schwarz-grüne Bürgerschaft mit dem Volksbegehren genauer befassen. Einigen sich Reformer und Reform-Gegner nicht, entscheiden die Bürger im Sommer 2010 über Hamburgs Bildungssystem in einem offiziellen Volksentscheid.
Kernpunkte der Hamburger Schulreform
Die Gegner spielen nicht mit: „Qualität statt Reformchaos“
Die Volksinitiative und insbesondere die demonstrierenden Eltern sind gegen die meisten Punkte der Schulreform. In erster Linie aber wollen Eltern natürlich selbst entscheiden, auf welche weiterführende Schule ihr Kind gehen soll. Auch die verlängerte Grundschulzeit von vier auf sechs Jahren empfinden viele Eltern als sinnlos. Bedruckte T-Shirts auf denen Slogans wie „Ich bin kein Versuchskaninchen“ oder „Ole zum Nachsitzen“ stehen, verleihen ihrem Unmut den nötigen Ausdruck.